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Perspektiven und Lösungsansätze: Weiterbildungsangebot

Die Beiträge zu den Herausforderungen der Globalisierung an das Weiterbildungsangebot kamen vor allem von den Weiterbildungsanbietern Studiengemeinschaft Darmstadt (SGD), DEKRA und bfw. Im Zentrum der Überlegungen stand die Anforderung, angesichts der Marktveränderungen und neuen Qualifikationsanforderungen neue Weiterbildungsangebote zu entwickeln, in denen sich neue Qualifizierungsinhalte mit neuen Lehr- und Lernformen verbinden. Allerdings wurde auch konstatiert, dass „die Weiterbildungsbranche bisher immer relativ spät auf Veränderungen reagiert hat. Auch auf die Globalisierung sind die Weiterbildungsanbieter bisher kaum eingestellt, die damit verbundenen Herausforderungen bisher kaum erkannt bzw. analysiert." Da das „Thema Globalisierung bei den Beschäftigten vieler Branchen angekommen ist", besteht hier ein zunehmender Handlungsbedarf. Darüber hinaus stellen auch für Weiterbildungsanbieter die internationalen Vergleichbarkeit von Qualifikationen/Abschlüssen sowie die Zertifizierung eine wichtige Voraussetzung dar, um tragfähige Konzepte für ein „Lebensbegleitendes Lernen" zu entwickeln.

Im Einzelnen wurden folgende Herausforderungen und Lösungsansätze dargestellt:

– Als weitestgehende Herausforderung, die darauf verweist, dass die Lösung nicht in einzelnen, punktuellen Maßnahmen liegen kann, wurde die „Entwicklung eines nachhaltigen Geschäftsmodells" für Weiterbildungsanbieter genannt, das an den Herausforderungen der Globalisierung orientiert ist.

– Mit Blick auf den Wandel der Qualifikationsanforderungen wurde in einem Beitrag festgestellt, dass sie sich nicht allein mit Blick auf Fremdsprachenkenntnisse zeigen, sondern z.B. auch mit Blick auf viele kaufmännische Aufgaben und auf die Mobilität von Facharbeitern (v.a. auf europäischer Ebene). Die „Anpassung von Qualifizierungskonzepten" (Produkte) an die Anforderungen der Globalisierung ist daher für Weiterbildungsanbieter ein bedeutendes Thema. Hier geht es darum, sich genau anzuschauen, welche Entwicklungen sich in den Unternehmen vollziehen und die damit verbundenen Qualifikationsanforderungen in die Weiterbildungskonzepte einfließen zu lassen.

– Die neuen „Anforderungen an bestehende Curricula bzw an die Entstehung neuer Weiterbildungscurricula" müssen analysiert und curricular umgesetzt werden. Teilweise sind neue, nachfrageorientierte Berufsbilder zu entwickeln und in Curricula in der Aus- und Weiterbildung umzusetzen. Aber auch für bestehende Berufsbilder sind Anpassungen vorzunehmen.

– Ein besonderes Handlungsfeld stellt die öffentlich geförderte Weiterbildung z.B. für Arbeitslose oder im Rahmen von Kurzarbeit (SGB II und SGB III) dar, die mehr noch als die betriebliche Weiterbildung, die häufig an aktuellen betrieblichen Anforderungen orientiert ist, auf zukünftige Qualifikationsanforderungen zugeschnitten sein muss. Ein Vertreter eines großen Weiterbildungsanbieters sieht sich hier in der besonderen „Verantwortung als Key Player in der öffentlichen geförderten Weiterbildung", tragfähige Konzepte und Angebote zu entwickeln, die Qualifikationen und Inhalte vermitteln, die auch zukünftig am Markt Bestand haben. Hier ist der Tatsache, dass immer mehr Menschen in globalen Strukturen arbeiten, Rechnung zu tragen.

– Auch das Lernen selbst wird globaler, und damit stellt sich die Frage:„Wie geht ‚kooperatives, globales Lernen'?" Neue Lern- und Organisationsformen für Lernprozesse im globalen Kontext sind zu entwickeln (z.B. für internationale Lerngruppen). Marktgerechte Produkte von Weiterbildungsanbietern müssen heute „neue Lehr- und Lernformen" in der Weiterbildung etablieren, die der Arbeits- und Lernsituation in der Arbeitswelt gerecht werden. Damit muss auch eine entsprechende interne Ausbildung der Trainer verbunden sein.

– Als ein Baustein für die Etablierung neuer Lehr- und Lernformen wurde auf die Entwicklung neuer Konzepte für den „Einsatz von Web 2.0 Lernsoftware" verwiesen.

– Eine zentrale Herausforderung besteht auch für Weiterbildungsanbieter in der internationalen „Vergleichbarkeit" und Anerkennung von Qualifikationen und Abschlüssen, um die Mobilitäten von Facharbeitern auf europäischer Ebene zu unterstützen. Die „Definition neuer international gültiger Zertifikate für unterschiedlichste Berufe" ist für die internationale Vergleichbarkeit und Akzeptanz beruflicher Abschlüsse von zentraler Bedeutung.zurück zur Übersicht