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Workshop 2 „KMU und die Globalisierung"

Beiträge von ISF München,
Siegmar Bröhl (PIRONET NDH AG),
Klaus Bock-Müller (szenaris GmbH),
Rolf Chung (Bundesverband IT-Mittelstand e.V.)

Moderation: Andrea Baukrowitz

Heute sind es längst nicht mehr nur die großen Unternehmen, die sich auf internationalen Märkten bewegen. Auch kleine und mittelständische Unternehmen engagieren sich zunehmend grenzüberschreitend. Der Workshop „KMU und die Globalisierung" beleuchtete die Situation kleiner und mittlerer Unternehmen in der Globalisierung. Wie stellen sich diese Unternehmen auf internationale Aktivitäten ein? Welche Ziele verfolgen sie dabei? Zu welchen neuen Anforderungen führt dies für Unternehmen und Mitarbeiter? Und wie kann man diesen Anforderungen gezielt durch Qualifizierung begegnen? In den Beiträgen von Siegmar Bröhl (Pironet NDH AG), Klaus Bock-Müller (szenaris GmbH) sowie Rolf Chung (BITMi) wurde diesen Fragen anhand von zwei interessanten Unternehmensfallbeispielen sowie aus der „Draufsicht" eines Unternehmensverbandes auf den IT-Mittelstand nachgegangen.

Siegmar Bröhl, ITIL-Experte bei der Pironet NDH AG, präsentierte Erfahrungen und Lösungen zur Internationalisierung von IT-Dienstleistungen aus Sicht seines Unternehmens. Die Pironet NDH AG ist ein mittelständische Anbieter für IT-Dienstleistungen (www.pironet-ndh.com), der seinen Kunden zunehmed auch an internationale Standorte folgen und hier seine Services in weltweit einheitlicher Qualität bereitstellen muss. Ins Zentrum seines Beitrags stellte er die Herausforderung, auch als mittelständischer Dienstleister international wettbewerbsfähige Dienstleistungsprozesse anzubieten. Mit dem Eintritt in einen internationalen Markt müssen sich IT-Serviceprozesse zunehmend an internationalen Standards orientieren, um auch Kunden aus anderen Ländern eine verständliche und transparente Leistung anbieten zu können. Vor diesem Hintergrund nahm Siegmar Bröhl die Erfahrungen des Unternehmens und der Mitarbeiter mit der Umstellung von IT-Serviceprozessen auf ITIL in den Blick. „ ITIL ist kein Einführungsprojekt sondern eine Kulturveränderung!", so seine zentrale Aussage. Der Blick von Unternehmen und Mitarbeiter muss auf die permanente Verbesserung der Prozesse gerichtet sein. Das Einbeziehen der Mitarbeiter und eine systematische Personalentwicklung sind dabei zentrale Erfolgsfaktoren.

Klaus Bock-Müller, Geschäftsführer der die szenaris GmbH (http://www.szenaris.com), gab mit seinem Beitrag Einblicke in die Formen und Folgen der Globalisierung in einem kleinen Unternehmen. Die szenaris GmbH ist als Spezialist für die Entwicklung internetbasierter Lernmedien und CBT (Computer Based Training) sowie Simulation und virtuelle Welten (VR) selbst international aktiv. In seinem Beitrag reflektierte der Referent die Situation eines kleinen Unternehmens auf internationalen e-Learning-Märkten und den Wandel der Anforderungen an die Mitarbeiter. Besondere Aufmerksamkeit widmete Klaus Bock-Müller den Anforderungen an Auszubildene in IT- und Medienberufen. „Think global!" - diese Aufforderung richtete er an junge Menschen, die sich auf eine Zukunft in diesen Berufen vorbereiten. Er stellte die Lernplattform „think global!" vor, die IT-Fachkräfte in ihrer Auseinandersetzung mit den Auswirkungen der Globalisierung auf ihr Berufsfeld unterstützt. Auszubildende können hier die Grundlagen und Prozesse der Globalisierung kennenlernen, kulturelle Unterschiede verstehen sowie Anforderungen, Chancen und Herausforderungen bei der Software-Entwicklung und Medienproduktion in internationalen Projekten erkennen.

Rolf Chung vom Bundesverband IT-Mittelstand (BITMi) (www.bitmi.de) bestätigte die Erfahrungen seiner Vorredner mit Blick auf die mittelständischen Unternehmen, die in seinem Verband vertreten sind: Auch der Mittelstand muss sich zunehmend auf die Globalisierung einstellen. Er wertete die Ergebnisse eine Online- Befragung zur Globalisierung im IT-Mittelstand aus, die gemeinsam von ISF München und BITMi durchgeführt wurde. Ein Hauptmotiv für internationale Aktivitäten von KMU - so bestätigte auch Rolf Chung - liegt auf der Seite der Kunden. Sie kommen verstärkt auf sie zu und fordern die IT-Unterstützung ihrer internationa¬len Aktivitäten ein. Damit kommen auf Unternehmen und Mitarbeiter erhebliche Veränderungen zu, die auf Basis der Befragung von Fach- und Führungskräften konkretisiert wurden. Die Einstellung der Produkte und Leistungen auf einen internationalen Markt, der Druck, die Prozesse neu zu organisieren und ggf. an internationale Standards anzugleichen, sowie die Herausforderungen der internationalen Zusammenarbeit münden in neuen Qualifikationsanforderungen an die Mitarbeiter. Umso wichtiger wird gerade für den IT-Mittelstand eine verstärkte internationale Ausrichtung in der Ausbildung von Fachkräften. Aber auch die Personalentwicklung ist gefordert, die Mitarbeiter frühzeitig auf die neuen Aufgaben vorzubereiten.

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