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Workshop 1  „IT-Fachkräfte für die Globalisierung qualifizieren"

Beiträge von Karl-Heinz Hageni (IG Metall),
Dr. Matthias Rohs (Deutsche Telekom AG),
Dr. Peter Littig (DEKRA Akademie GmbH)

Moderation: Karl-Heinz Hageni (IG Metall)

Im Workshop wurden die Fragen thematisiert, wie IT-Fachkräfte für die Globalisierung qualifiziert werden können. Einerseits wurde die Ausbildung der angehenden Fachkräfte, andererseits die Weiterbildung der bereits berufstätigen Fachkräfte thematisiert.

Eingangs erläuterte Karl-Heinz Hageni (IG Metall), dass sich die deutschen IT-Berufe bereits seit 14 Jahren erfolgreich bewährt haben und auch international wettbewerbsfähig sind. Im Hinblick auf die zunehmende Globalisierung seien allerdings Möglichkeiten offen, angehenden Fachkräften eine „Internationale Kompetenz" zu vermitteln. Er zählte einzelne Empfehlungen auf, wie die Berufsbildung dieser Herausforderung begegnen kann.

Im Hinblick auf die Weiterbildung der IT-Beschäftigten berichtete Hageni von den Projekten „Cisco meets APO", welches Herstellerzertifizierung und Weiterqualifizierung integriert hat, sowie von einem Projekt zur Qualifizierung über 50-Jähriger mittels eines Blended-Learning-Konzepts (FuTEx ).

Karl-Heinz Hageni stellte (auf Basis der durchgeführten Projekte und Erfahrungen im Bereich der Berufsbildung) Erfolgsfaktoren für eine Qualifizierung für die Globalisierung vor, die aus den Erfahrungen der IG Metall Projekte abgeleitet wurden.

Die IT-Berufe seien besonders aufgrund ihrer konsequenten Prozessorientierung auch in globaler Hinsicht erfolgreich. Ein Workshopteilnehmer verwies allerding auch darauf, dass sich diese Orientierung im allgemeinbildenden Bereich leider noch nicht gegen den fachbezogenen Unterricht durchgesetzt habe.

Dr. Matthias Rohs von der Deutschen Telekom AG ergänzte mit seinem Vortrag die theoretischen Empfehlungen zur Qualifizierung für die Globalisierung um praktische Erfahrungen eines globalen Konzerns.

Ausschlaggebend sei für die Telekom das Zusammenspiel von Theoriewissen (an der Berufsschule vermittelt) und Erfahrungswissen aus der betrieblichen Praxis, welche gemeinsam auch die Einstellung und die Werte der Fachkräfte prägen.

Gerade im Hinblick auf Auslandserfahrungen wird der Reflexion der individuellen Erfahrungen auch seitens der Workshop-Teilnehmer eine hohe Bedeutung beigemessen. Bei der Telekom findet die Reflexion in einem direkten Gespräch zwischen dem Auszubildendem und seinem Ausbilder statt.

Im Hinblick auf die Weiterbildung stellte Peter Littig (Leiter der DEKRA Akademie) die Entwicklungen im Bereich der IT-Weiterbildung vor, die sich besonders durch den eCF sowie das „Advanced IT Training System" (AITTS) strukturiert habe. Er räumte ein, dass der Wert der informellen Qualifikationen im Zuge der Diskussionen um den europäischen und deutschen Qualifikationsrahmen verloren gegangen sei.

Des Weiteren wies er darauf hin, dass die Weiterbildung mittlerweile verstärkt individualisiert stattfinde und damit auch neue Methoden (z.B. Blended-Learning) verwendet würden.

Im Anschluss an die Vorträge rückte die Frage der Personalentwicklung in Unternehmen in das Zentrum der Betrachtung. So sei nach Ansicht von manchen Arbeitgebern in IT-Berufen der Hochpunkt der Qualifikation in Relation zu den Personalkosten eigentlich bereits mit 35 Jahren erreicht, ganz zu schweigen von Arbeitnehmern jenseits der 50 Jahre. Systematische Weiterentwicklung sei daher notwendig. Hier fehle bei Unternehmen oft der Ansatz einer systematischen Personalentwicklung gerade auch Konzepte die älteren Beschäftigten weiterzuentwickeln. Herr Hageni verwies auf in diesem Zusammenhang auf die Empfehlungen des europäischen Kompetenzrahmens (eCF) und positiven Erfahrungen des Projektes FuTEx.

Abschließend wurde die Frage aufgeworfen, von welchen gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen man ausgehe, wenn man von Fachkräftemangel und notwendiger Personalentwicklung spreche. Es seien bei der Diskussion des Fachkräftemangels auch die Produktivitätssteigerungen zu berücksichtigen.

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