GlobePro

Global erfolgreich durch professionelle Dienstleistungsarbeit.

Dr. Klaus Rüffler, Geschäftsführer Personal, DB Systel GmbH

Joachim Zepelin: Ihr Unternehmen hat für einen IT-Dienstleister relativ spät damit begonnen, den globalen Markt für sich zu erschließen. Können Sie uns schildern, welche Folgen die Übernahme der Bahn von Stinnes (Schenker) für DB Systel hatte und wie Sie zu Ihrer Globalisierungsstrategie gekommen sind?
Klaus Rüffler:
Wir sind ein interner IT Dienstleister und nur zu 5% außerhalb der Bahn am Markt. Doch durch die Akquisition von Schenker wurde die Bahn über Nacht zum Global Player, der einen großen Teil seines Gewinns im Ausland erwirtschaftet. Vorher hatten wir uns nur wenig mit der Frage der Internationalisierung in Bezug auf unseren Kunden auseinandergesetzt. Erst als der Kunde sich so stark verändert hat, wurde Internationalisierung für DB Systel relevant. Denn es wurde schnell klar: wenn wir als interner Dienstleister langfristig überleben wollen, müssen wir uns die notwendigen Kompetenzen dazu erarbeiten. Natürlich geht es auch um Kostensenkung, denn bei Schenker konnten und können wir Aufträge nur im Wettbewerb gewinnen. Vor allem aber geht es bei der Globalisierung darum, dass wir im Rahmen unserer Wachstumsstrategie neue Ressourcen erschließen.

Joachim Zepelin: Unter den Beschäftigten herrschen, wie wir in dem hier vorgestellten Band lesen können, „diffuse Ängste vor dem unmittelbaren Verlust des eigenen Arbeitsplatzes" oder zumindest die Befürchtung, dass die eigene Qualifikation unter Druck geraten könnte durch den Wettbewerb mit Offshore-Anbietern. Wie begegnen Sie solchen Sorgen? Was wollen Sie tun, dass im nächsten Buch etwas anderes steht?
Klaus Rüffler:
Der Aspekt Kostensenkung ist nicht entscheidend, auch wenn er eine Rolle spielt. Die Globalisierung ist für die DB Systel vor allem mit Wachstum verbunden. Dass Mitarbeiter trotzdem den Verlust des eigenen Arbeitsplatzes fürchten, war auch ein Kommunikationsproblem. Wir hatten nicht schnell genug eine Antwort darauf, was die Mitarbeiter morgen machen werden. Denn mit der Globalisierung kommen erhebliche Veränderungen auf unsere Mitarbeiter zu, die von ihnen ein hohes Maß an Flexibilität und Veränderungsbereitschaft erfordern. Hier entstehen Sorgen um die eigene berufliche Zukunft, die wir ernst nehmen müssen. Ein zentraler Baustein unserer Strategie ist es heute daher, die Herausforderungen und Folgen der Globalisierung für alle transparent und unseren Mitarbeitern konkrete Lösungsangebote für ihre berufliche Zukunft zu machen.
Außerdem wollen wir den diffusen Ängsten so gut wie möglich durch konkrete Maßnahmen entgegenwirken, etwa durch unsere Gesamtbetriebsvereinbarung zur Fertigungstiefensteuerung und Fremdvergabe. Diese liegt nun in den letzten redaktionellen Zügen und zeigt anschaulich: Es geht nicht um Arbeitsplatzabbau, sondern um den Markt, den wir vor uns haben und den wir bewältigen wollen. Und damit wollen wir ganz konkret – bis zum nächsten Buch – die diffusen Ängste abgebaut haben.

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