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Workshop 2: IT-Qualifikation in einer neuen Phase der Globalisierung: Lösungsansätze für die Aus- und Weiterbildung

Der Workshop wurde eröffnet von Herma Krüger, die die Herausforderungen der Globalisierung für die Pironet NDH AG als international aktives mittelständisches Unternehmen und seine Mitarbeiter konkretisierte.
Hier wurde an einem Praxisbeispiel deutlich: Global integrierte Geschäftsmodelle werden von einer Standardisierung und Industrialisierung von Kopfarbeit flankiert. Für Beschäftigte in den Bereichen IT-Dienstleitungen und Softwareentwicklung bedeutet dies die Einbindung in neue Formen globaler Kopfarbeit, mögliche Verlagerungen und neue (Qualifikations-) Anforderungen am Arbeitsplatz.

Herma Krüger, Human Resources PIRONET NDH: Ein mittelständisches Unternehmen in einem globalisierten IT-Markt (Abb. S.7) PDF

Vor diesem Hintergrund wurde gefragt: Birgt die Globalisierung eher Risiken oder eher Chancen für die Mitarbeiter in IT-Unternehmen? Sind für IT-Beschäftigte günstige Bedingungen gegeben, für sich eine neue berufliche Perspektive zu entwickeln?
Aus der Diskussion ergab sich kein einheitliches Meinungsbild. Zum Beispiel würden einerseits neue Berufsfelder entstehen, die für Beschäftigte in Deutschland neue Möglichkeiten bieten, andererseits stehe es eher schlecht um bestimmte Berufsfelder, wie etwa reine Entwicklungstätigkeiten. Umqualifizierungsmaßnahmen als Zukunftsoption für Beschäftigte seien nicht immer ausreichend vorhanden und oft mit Problemen behaftet. So wurde berichtet, dass Mitarbeiter oft die Zeit fehle sich nach Perspektiven umzuschauen und sich um- oder weiter zu qualifizieren. Ferner sei es auch durch Qualifizierungsmaßnahmen nicht immer möglich eine klare und langfristige Perspektive zu schaffen. Der Aufbau langfristiger Perspektiven sei eine Aufgabe für HR. Dabei sei es wichtig die Menschen mitzunehmen und Sicherheiten zu schaffen, um Internationalisierungsprozesse erfolgreich gestalten zu können.

Klaus Bock-Müller, Managing Director szenaris GmbH: IT-Qualifikation in einer neuen Phase der Globalisierung: Lösungsansätze für die Aus- und Weiterbildung (Abb. Folie 13) PDF

Aus den Vorträgen ging weiter hervor, dass Globalisierung eine ganzheitliche Sicht auf IT-Qualifikation jenseits von technischen Skills erfordert. Dabei stehen bisherige berufliche Identitäten und Fachlichkeit auf dem Prüfstand. Im Workshop bestand weitestgehend Einigkeit, dass der Wandel der Qualifikationsanforderungen zunehmend alle IT-Fachkräfte betrifft und nicht nur vereinzelte Mitarbeiter.

Zuletzt wurde der Frage nachgegangen, ob Personalentwicklung einen strategischen Beitrag zu einer nachhaltigen Globalisierung leisten kann. Der Großteil der Teilnehmer am Workshop bejahte dies. Die Personalentwicklung durch HR sei entscheidend, damit die Unternehmen die Globalisierung nicht ‚verschlafen'. Dabei sei es wichtig, die Personalplanung strategisch einerseits vom Geschäftsmodell des Unternehmens andererseits an den Potenzialen der Mitarbeiter auszurichten. Dem gegenüber gab es auch kritische Stimmen, die betonten, dass Fachabteilungen nicht transparent genug arbeiten würden, so dass HR nicht die Möglichkeit hat eine nachhaltige Personal-entwicklung zu gestalten. Dazu wurde angemerkt, dass eine mögliche Lösung darin besteht, vermehrt auf Softskills wie z. B. Beratungskompetenzen zu setzen. Ein weiteres Problem das in diesem Zusammenhang angesprochen wurde, sind die noch nicht aus-reichenden Job und Kompetenzprofile in der jungen und sehr dynamischen IT-Branche.
Klaus Bock-Müller von der szenaris AG richtete den Blick der Teilnehmer auf die Auszubildenden in den Unternehmen sowie die Frage, wie sie bereits in der Ausbildung gut auf die Herausforderungen der Globalisierung vorbereitet werden können. Er präsentierte das Konzept sowie ein erstes Modul einer Lernsoftware, die sich speziell an Fachinformatiker richtet.

Andrea Baukrowitz